Date: Wed, 6 Apr 2011 08:55:13 +0200
From: A.K. <andrej@andrejkoymasky.com>
Subject: Liegt was vor mit Namen Schicksal 07/10 (German - historical - Adult youth)

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LIEGT WAS VOR MIT NAMEN SCHICKSAL...
von Andrej Koymasky © 2011
am 5 Juni 1994 geschrieben
Deutsche Ÿbersetzung: Mario Mosa & Bernd Schneider

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USUAL DISCLAIMER

"LIEGT WAS VOR MIT NAMEN SCHICKSAL..." is a gay story, with some parts
containing graphic scenes of sex between males. So, if in your land,
religion, family, opinion and so on this is not good for you, it will be
better not to read this story. But if you really want, or because YOU
don't care, or because you think you really want to read it, please be
my welcomed guest.

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BAND 7 - DO - ENDLICH VEREINT


Leicht klingeln
die Windglšckchen:
feiern sie mit mir?



Nach Yukichis Rueckkehr vom Bahnhof fingen wir zuerst an, etwas
miteinander zu plaudern. Ich glaube, dass wir beide vor Begehren
brannten, endlich zusammen zu liegen, aber es schien, dass keiner von
uns den Mut aufbrachte, den ersten Schritt zu wagen. Sehr wahrscheinlich
kam es durch die Tatsache, dass wir so lange auf jenem Zeitpunkt
gewartet hatten und dass nun nichts mehr unser gegenseitiges Begehren
behinderte, weshalb wir jetzt so zoegerlich waren.

Bis ich schliesslich und sagte: "Yukichi, hier zu Hause gefaellst du mir
nicht in dieser westlichen Kleidungen. Zieh dich um und zieh man den
Yukata (Hauskleidung) an, mach' schon!"

"Warum ziehen Sie mich nicht aus, Herr Professor? Ich habe es immer
davon getraeumt, dass Sie es sind, der mich entkleidet!" antwortete er
fast schuechtern.

"Komm naeher! Ach nein, bleib da stehen", sagte ich, als ich aufstand
und begann, ihm die Jacke aufzuknoepfen.

Noch bevor ich fertig war, ihn zu entkleiden, hatten wir angefangen, uns
zu kuessen, zu streicheln und uns schliesslich zu lieben. Als alle
unsere Kleidungsstuecke durcheinander auf den Boden gefallen waren, zog
ich ihn zaertlich ins Nebenzimmer, wo Naosuke die neue Matratze schon
vorbereitet und die Lichter angemacht hatte. Unsere erste, lange,
suesseste Liebesnacht begann und endlich konnte ich mich an ihm
berauschen. Er gab sich mir leidenschaftlich hin, mich begehrend, eifrig
mir zu gefallen, mir endlich physisch zu gehoeren. Ich nahm ihn mit all'
meiner Zaertlichkeit, wissend, dass ich der erste Mann war, dem er
gehoeren wollte. Es war so gut, so richtig, so wundervoll – als ob
ich mein ganzes Leben lang nur auf diesen Moment gewartet haette. Aber
das groesste Geschenk war, die tiefe Glueckseligkeit in seinen Augen zu
lesen, als er in tiefer Nacht zufrieden in meinen Armen einschlief.

Am naechsten Morgen wachte er als erster auf und liess mich erwecken, wo
er wieder anfing, mit mir die Liebe zu machen. Stundenlang blieben wir
im Bett, nie besaettigt, endlich vollen Ausdruck unserer dre_aehrigen
Liebes- und Begehrenserwartung geben zu koennen.

Uns blieben noch wenige Tage frei, bis die Schule fuer mich wieder
anfing und fuer ihn die Universitaet, daher schlug ich ihm am naechsten
Tag vor; "Magst du mal die Hayashi besuchen?".

"Die Hayashi? Ich kenne niemanden mit diesem Namen".

"Bestimmt kennst du sie, die Brueder Hayashi, besonders den aelteren. Er
auch wird sehr erstaunt sein, dich wiederzusehen. Kommst du mit?"

"Ich bin mir nicht darueber im klaren, wen Sie meinen, Herr Professor.
Aber wenn Sie wollen, komme ich gerne mit".

Ich laechelte, dann fuhren wir nach Kamakura. Er war nie dort frueher,
daher konnte er sich an den Weg erinnern. Ausserdem hatte ich ihm nie
gesagt, dass Oshima und Irota jetzt jenen Namen trugen: Hayashi Ichiro
und Jiro waren fuer alle zwei Brueder, aber in Wirklichkeit waren zwei
Liebhaber. Auch Oshima, Yukichis Klassengefaehrte, wusste nicht, dass
dieser mein Liebhaber war, auf den ich ihm erwaehnt hatte. Es waere fuer
beide eine schoene ueberraschung gewesen.

Sobald wir nach Kamakura kamen, ging ich zu meinem Freund, um mir zu
verweisen, wo ich die beiden Jungen haette finden koennen. Nach dieser
Verweisung erschienen wir bei ihnen. Sie lebten in einer kleinen Wohnung
am ersten Stock eines Hauses, wenig fern vom Verlagshaus, wo sie
arbeiteten.

Als "Ichiro" mir die Tuere aufmachte und mich erkannte, erleuchtete sich
im Gesicht und lud mich sofort ein, hereinzutreten. dann sah er Yukichi
und schaute mich an mit fragender Miene.

Dann stellte ich sie einander vor: "Sieh, dies ist mein Liebhaber, den
ich dir erwaehnt hatte, und dieser ist jetzt Hayashi Ichiro. Und
Jiro...".

"Er ist Irota Masato!" rief Yukichi erleuchtet.

Die Jungen freuten sich sehr, sich einander wiederzusehen. Dann fragte
sie Yukichi ploetzlich: "Bedauert ihr aber nicht, eure Studien
unterbrochen zu haben?".

"Ich bedaure es nur fuer Ichiro. Ich bin gluecklich, nur wenn ich
zusammen mit ihm lebe, daher bedaure ich nichts".

"Nein ich bedaure es nur fuer Jiro, aber unsere Arbeit laesst uns mit
Buechern in staendigem Kontakt. Ich uebersetze abendlaendische Texte,
Jiro liest die Korrekturen, also gehen wir einigermassen mit dem Studium
weiter. Unsere Arbeit gefaellt uns sehr. Wir sind ja gluecklich und
dieses Glueck verdanken wir Herrn Professor Fujita. Und wir sind fest
davon ueberzeugt, dass unser Arbeitsgeber es nicht bereut, uns verholfen
zu haben".

"Im Gegenteil, er hat mir gesagt, dass er sich sehr mit euch beiden
freut, dass ihr ihm sehr preiswert seid und dass ihr euch sehr gut
eingedrungen habt".

"Ja. Auch unsere Nachbarn halten uns fuer zwei Brueder, die ihre Familie
verloren haben, und verwoehnen uns. Und in diesem kleinen Haus koennen
wir unsere Liebe fern von allem und allen teilen".

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag mit ihnen. Als wir von ihnen
Abschied nahmen, luden sie uns ein, sie mal wieder zu besuchen.

"Wir koennen nicht zu euch kommen, besser, dass wir Tokyo vermeiden,
Jiros Familie lebt dort und wir wollen keine Gefahr laufen, sie zu
treffen. Aber jeweils ihr uns hier besucht, wird fuer uns eine grosse
Freude sein".

Wir versprachen ihnen unseren neuen Besuch und kamen nach Tokyo zurueck.
wir hatten mit den beiden Jungen einen sehr annehmlichen Nachmittag
verbracht. Yukichi war sehr zufrieden, lustig, lebhaft.

Ich hoerte auf ihn zu und ploetzlich sagte ihm: "Yukichi, nunmehr bin
ich nicht mehr dein Lehrer, Weshalb redest du mich nicht mit dem Du an
und nennst mich Shige nicht? Ich waere sehr vergnuegt, was?"

"Wenn Sie sehr vergnuegt sind, wie koennte ich Ihnen nein sagen?"
antwortete mir Yukichi leise. Wahrlich klappte es ihm nicht sofort: es
ist nicht leicht, eine dreijaehrige Gewohnheit zu aendern. Aber ich
legte viel Wert darauf und schliesslich kam es ihm leicht.

Schulen begannen wieder. Ich hatte fuer Yukichi ein zweites Fahrrad
gekauft, damit er mit rascherem Tempo die Universitaet erreichen
koennte. Er lernte seine Benutzung ziemlich schnell und wurde darauf
sehr begeistert, so dass wir sehr bald anfingen, lange Radfahrten
zusammen zu unternehmen, sowohl um meine Freunde zusammen zu besuchen,
die bald ebenfalls seine Freunde wurden, als auch um die neuen
Stadtvierteln in rascher Entwicklung zu explorieren - und
selbstverstaendlich bei schoenem Wetter zwecks Fahrten ausserhalb der
Stadt.

Wir hatten einen schoenen Ryokan in Atsugi, einem Dorf wenig ausserhalb
von Tokyo gefunden. Der Eigentuemer musste bestimmt sofort verstanden
haben, worum es sich bei unserem eigentlichen Verhaeltnis wirklich
handelte: nach unseren ersten Treffen wies er uns tatsaechlich ein von
den anderen abgesondertes Zimmer, das auf einer Sonderecke im kleinen
schoenen Garten gab; ausserdem liess er zu unserem Dienst immer den
gleichen jungen und gefaelligen maennlichen Kellner. Eines Tages, ohne
uns davon mal was zu sagen, liess er uns in unserem gleichen
Schlafzimmer statt der beiden einzelnen Matratzen eine weite
Doppelplatzmatratze finden. Sicher hatte er bemerkt, dass wir nur eine
Matratze benutzten. Atsugis Ryokan wurde somit wie unser "Urlaubshaus".
Auch die Diskretion des Meisters und des Personals gefiel uns sehr, die
uns somit voellig wohl fuehlen liessen.

Meine Familie hatte endlich nut ihren Versuchen aufgehoert, mir eine Ehe
zu arrangieren, aber Yukichis Eltern versuchten immer von Zeit zu Zeit,
eine Ehefrau meinem Jungen zu finden. Bisher hatte es ihm immer
geklappt, einen Anhalt zu finden, der allerbeste war, dass er zuerst zum
Doktor und sich eine passende Arbeitsstelle finden wollte, seiner Eltern
Vorschlaege zu verschieben. Diesen schickten jeden Monat zwei Diener mit
einem Lebensmittelvorrat und einen Geldbetrag fuer ihren Sohn und einen
Brief.

Yukichi hatte auf alle Kosten sein ganzes Geld mit dem Meinigen
zusammenstellen wollen und mit gesagt: "Wenn ich dir wirklich gehoere,
muss also alles Meinige dir ebenfalls gehoeren, nicht?" Ich akzeptierte
es nur dann, als er sich damit einverstanden erklaerte, das Gelde
jeweils zu benutzen, ohne mich um Gestattung zu bitten. Er war auf alle
Faelle sparsam und manchmal musste ich daran denken, ihm was zu
besorgen, das ihm sehr gefiel, aber das er fuer entbehrlich hielt.

Normalerweise studierten wir zusammen oder stand er mir bei, indem ich
die Lektionen bereitete und die Aufgaben meiner Schueler verbesserte.
Des oefteren diskutierten wir um Literatur, Kunst, Politik, aber
manchmal, indem wir uns einander in die Augen schauten und das gleiche
Begehren zugleich lasen, unterbrachen wir uns und begannen, die Liebe zu
machen. Gefaellig und suess vergingen Tage mit ihm. Auch Naosuke hatte
zu meinem Yukichi Zuneigung gefasst, mindestens wie er zu mir Zuneigung
gefasst hatte. Seine Anwesenheit war eilfertig aber diskret. Er musste
Zeitpunkten sich weder sehen noch hoeren liess.

Faktisch fing Yukichi allmaehlich an, die Hausfuehrung in die Hand zu
nehmen, was mir auf keinen Fall missfiel, sowohl da dies meinen
Liebhaber mehr zu Hause fuehlen liess, als auch weil er mir tausend
kleinen Sorgen abnahm. Diesen geraeuschlosen Aufgabenuebertritt hatte
Naosuke ruhig angenommen und gehorchte ihm problemlos.

Sein Verhaeltnis zu Sadao ging weiter und verstaerkte sich.
Offensichtlich waren die beiden ineinander verliebt und als dem Sadao
der erste Sohn geboren wurde, nannte er ihn Naosuke. Yukichi freute sich
darueber sehr. Ihm war tatsaechlich viel nicht nur an meinem /und
seinem) Glueck gelegen, sondern auch an dem aller Leute, die um uns
lebten. Und jenes hoefliche Handeln, das Naosuke viel vergnuegte, machte
auch meinem Yukichi gluecklich. Je mehr ich seinen Charakter entdeckte,
desto mehr verliebte ich mich in ihn. Er war hoeflich mit allen, aber
von freiwilliger, ungekuenstelter, nicht aeusserlicher Hoeflichkeit. In
seinen Sachen war er entschieden (er hatte es mir schon damals bewiesen,
als er drei Jahre lang hatte abwarten muessen, bevor er mein Liebhaber
werden durfte), aber nicht hartnaeckig. Er war aeusserst aufrichtig und
ehrlich; er hatte einen lebhaften Verstand und einen erheblichen Humor.
Er gefiel mir ueber alles. Ich meine nicht, er waere fehlerfrei: er war
ordentlich bis zur uebergenauigkeit und wollte, dass ich auch ebenfalls
waere, was mir manchmal schwierig war und manchmal neigte er zu leichtem
Egoismus: hatte er ein Problem, z.B. in seinen Studien, erwartete er,
dass ich meine Arbeit unterbrach, um ihm zu helfen. Aber weder diese
noch andere kleine Fehler war mir nicht allzu schwer, auch weil er sich
durch die Intensitaet seine Liebe zu mir verzeihen liess.

Auch physisch war er dabei, immer maennlicher zu werden und gefiel mir
immer mehr. Jeweils wir zum Fluss zum Baden gingen, gefiel es mir immer
sehr, seinen nassen, an den Sonnenstrahlen glaenzenden Koerper zu
bewundern und da entbrannte ich in Begehren nach ihm. Er las meinen
Wusch in meinen Augen und wenn andere Leute nicht da waren, entfernte er
sich in die Busche und lud mich mit dem Blick ein, ihm zu folgen und da
konnten wir zusammen eine freudige, lustige Zeit gemeinsam verbringen.

Oft machten wir die Liebe auch im Bad, denn wir konnten uns nicht
einander waschen, ohne uns von gegenseitigem Begehren entzuenden zu
lassen.

Yukichi lebte mit mir seit kaum mehr als einem Jahr, als ich einen Brief
von Otto erhielt, der mir seine Japanreise mitteilte. Ich freute mich
sehr darueber. Wir holten ihn nach Yokohama. Er war von einem aeusserst
eleganten (darin erkannte ich Ottos Hand), schoenen Mann begleitet; sein
Anzug gab Gestalt seinem Koerper und liess seine perfekten Formen
erkennen. Seine Augen waren lebhaft und glaenzend und sein Laecheln war
lichtvoll. Er hiess Frantz.

Waehrend die beiden Jungen miteinander sprachen, fluesterte mir Otto ins
Ohr: "Wie du dich hast vorstellen koennen, ist Frantz mein Liebhaber".

"Ist er der Zigeuner Musikant, was?" fragte ich ihn.

"Eben, ja".

"Also seid ihr zusammen seit zwei Jahren".

"Fast drei. Drei wunderbare Jahre".

"Waehrend eures Aufenthalts in Tokyo werdet ihre unsere Gaeste sein. Das
Haus ist nicht zu gross, aber wir haben euch das Tee-Zimmer reserviert.
Dort koennt ihr die ganze Intimitaet geniessen, die ihr verlangt".

"Dein Yukichi gefaellt mir sehr. Er ist schoen und sieht sehr gut aus.
Bit du gluecklich mit ihm?".

"Ja, sicher. Mehr koennte ich nicht".

"Ich habe es von deinen Briefen kapiert".

Als wir nach Hause gelangten, zeigte ich ihnen das Tee-Zimmer, das sie
sehr annehmlich fanden.

Als ich dem Otto die Zimmerbenutzung erklaerte, sagte ich ihm: "Wollt
ihr bei euren Intimitaetsmomenten das Zimmer verdunkeln, koennt ihr
diese Verschluesse hier draussen schieben lassen".

Otto laechelte: "Erinnerst du dich an meine Manien, was? Aber Frantz hat
mich an der aenderung meinen Gewohnheiten gezwungen, wenn ich ihn
wollte. Und jetzt ziehe ich auch das Tageslicht vor oder das
Lampenlicht, um meinen Geliebten zu schauen und das in seinem Gesicht
gemalte Vergnuegen, wenn wir die Liebe machen. Er ist ein sehr starker
Charakter, mein Frantz, aber auch sehr leidenschaftlich, er kann mich am
rechten Ende anfassen und laesst mich immer alles machen, was er will.
Aber er kann auch mir alles geben, was ich wuenschen kann. Ich bin wohl
mit ihm".

"Weiss er davon, was zwischen uns einander gewesen ist?".

"Ja, sicher. Eben deshalb hat er her kommen wollen, um dich
kennenzulernen".

"Er ist wirklich ein bezaubernder Junge. Wie alt ist er?".

"Siebenundzwanzig". "Er sieht viel juenger aus, ich glaubte ihn ein-
zweiundzwanzig".

"Ja, es stimmt".

"Wie habt ihr euch einander kennengelernt?".

"Wie ich dich kennengelernt habe, an einem jener Parties. Nur, dass er
sofort zu mir kam, als er mich zum ersten Mal sah und mir knapp und klar
sagte, er wollte mit mir die Liebe machen. Er reizte mich viel an, daher
sagte ich ihm sofort ja. Ich dachte, es koenne ein von meinen vielen
annehmlichen Abenteuern sein. Im Gegenteil habe ich mich sofort in ihn
verliebt. Und es war nicht der klassische Coup-de-foudre: er hat mich
erobert, ueberwaeltigt, mich in ihn allmaehlich verlieben lassen. Und
jetzt bin ich bewusst, nicht mehr auf ihn verzichten zu koennen".

"Aber er ist kein Adlige: gibt dir das kein Problem?" fragte ich ihn
neugierig, denn ich erinnerte mich daran, wie dies ihm ein Problem mit
mir geschaffen hatte.

Er lachte wieder: "Habe ich dir bereits gesagt, dass er mich gezwungen
hat, viele meiner Standpunkte zu aendern, was? Viele meiner
Gewohnheiten. Siehst du, du warst mit mir zu gefuegig und gabst mir
immer nach. Er nicht. Er ist faehig, mich an der rechten Hand zu fassen,
mein Franz" sagte mir mit offensichtlichem Befriedigungslaecheln.

Ob es sich bei meiner Gefuegigkeit mehr um Charakter als Kultur
handelte, bin ich mir darueber nicht im klaren, aber er hatte Recht. Ich
dachte, dass die Leute starken Charakters - und bei Otto war es bestimmt
der Fall - es lieb haben, den zu finden, der ihnen standhalten kann und
ihn schaetzen. Offensichtlich war Frantz der richtige Mann fuer ihn und
darueber freute ich mich sehr, denn ich hatte immer Zuneigung zu dem
Mann, den ich damals geliebt hatte und mit dem ich eine erhebliche Zeit
meines Lebens hatte verbringen koennen, auch wenn ich in ihn jetzt nicht
mehr verliebt war.

Sie blieben mit uns kaum mehr als ein Monat, dann verreisten sie noch
einen anderen Monat bis nach Kyoto und Nara und dann verbrachten sie
noch eine letzte Woche wieder bei uns.

Waehrend jener letzten Woche fragte mich Frantz eines Tages: "Ist
Yukichi nach deinem Diener nicht eifersuechtig? Ich weiss, dass er lange
Zeit dein Liebhaber gewesen ist, was?".

"Nein, er ist gar nicht eifersuechtig. Er weiss, dass dies der
Vergangenheit gehoert, aber fuer mich jetzt nur er lebt. Andererseits
bist du nicht eifersuechtig nach mir, oder? Und doch war ich lange Zeit
Ottos Liebhaber, wie du weissest".

"Nein, ich bin nicht nach dir eifersuechtig, aber ich wuerde dich nicht
lange mit Otto allein lassen. Unwillkuerlich koennte sich die alte
Flamme wieder entzuenden und ich habe keine Lust, unnuetzliche Gefahren
zu laufen" sagte er mich laechelnd.

"Nein, jetzt habe ich Yukichi, ich bin an niemandem mehr interessiert.
Du siehst z.B. sehr schoen und sympathisch aus, sicher bist du sehr
wuenschenswert, aber ich haette keine Lust, mit dir was zu machen: mein
Yukichi verdient es nicht. Ich bin ihm treu, so wie auch Otto dir treu
ist, ich bin davon fest ueberzeugt".

"Gewiss, ja. Aber ich moechte ihn vorzueglicher nicht an Sicht
verlieren. Gelegenheit macht Diebe, glaube mir. Ich freue mich
jedenfalls sehr, dich kennengelernt zu haben. Ja, weil es mir jetzt
scheint, meinen Otto etwas besser kennengelernt zu haben. Auch Yukichi
ist mir sehr sympathisch. Warum kommt ihr nicht mal nach Berlin? Wir
haben eine schoene Wohnung im Zentrum und es wird immer latz fuer euch
beide sein. Ich moechte gerne eure Gastfreundschaft vergelten und auch
Otto wuerde sich sehr darueber freuen. Und fuer Yukichi waere es
nuetzlich, einige Zeit in Deutschland zu leben, so wie es auch fuer dich
gewesen ist. Er spricht schon ziemlich gut Deutsch, aber an Ort und
Stelle lernt man in wenigen Monaten, was hier mehrere Jahre in Anspruch
nehmen wuerde".

"Wahrscheinlich. Auf alle Faelle Danke fuer die Einladung".

Wir begleiteten sie nach Yokohama, bis zum Schiff, der sie nach
Deutschland wieder fuhr. Aber seit damals dachte ich nur an Frantz'
Worte: ja, sicher waere es gut gewesen, dass Yukichi eine Studiumsreise
nach Deutschland unternaehme. Aber dies haette uns ein, zwei, drei Jahre
getrennt gehalten. Ich haette das Lehren nicht so lange lassen koennen,
um mit ihm zu kommen. Vor dem Gedanken daran schreckte ich zurueck. Es
schien mir zu unduldbar, ihn so lange nicht sehen zu koennen, zu hart,
zu schwer. Und doch musste ich vor allem an Yukichis Glueck denken, an
seine Zukunft. Ich durfte nicht egoistisch sein, sollte es mir teuer
kosten.

Deshalb entschied ich mich dazu, mit Yukichi darueber zu sprechen, aber
in Wirklichkeit verschob ich den Zeitpunkt dieses Gespraechs, wenn auch
ich mir immer wiederholte, dass ich es mach musste, weil ich die
Eventualitaet unserer Trennung sehr befuerchtete.

Eines Abends, nachdem wir die Liebe gemacht hatten, waehrend wir still
aneinander umarmt lagen, fragte mich Yukichi: "Willst du mir nicht
sagen, was dich besorgt, seit den Tag der Abfahrt von Otto und Frantz?".

"Ja, ich muss dir davon reden" antwortete ich und erwaehnte ihm den
Gedanken an die Studiumsreise nach Deutschland und offenbarte ihm
aufrichtig alles zu, was ich dachte, fuehlte und befuerchtete. Er hoerte
mich ruhig an und inzwischen streichelte er mich suess.

Schliesslich sagte er mir: "Shige, mein Geliebter, du bist wirklich ein
Schatz! Aber ich will mich auf keinen Fall von dir entfernen! Ich wuerde
keine ganze Woche von dir fern leben, denk mal an einen Monat oder ein
Jahr. Das kommt nicht in Frage! Sollten wir einmal nach Deutschland
zusammen verreisen koennen, dann kaeme ich auch gerne mit. Aber allein,
nie! Lieber verzichte ich auf meine Universitaetslaufbahn, aber an dich
nicht, auf keinen Fall. Deshalb mach dir keine Probleme. So lange ich
dich habe, ist mir alles ein unbedingt unnoetiges uebrige. Weissest du
weshalb ich Oshima und Irota, besser die Brueder Hayashi bewundere,
schaetze und liebe? Weil sie etwas haben aufgeben koennen, was ihnen
gefiel, nur um zusammen leben zu koennen. Dies heisst als Erwachsenen zu
handeln, als Maenner. Nichts Anderes. Daher mach dir keine Sorgen mehr".

Mein unvergleichbarer, suesser Yukichi!

Er studierte fleissig in seinem Studium auf der Universitaet mit guten
Ergebnissen. Und schliesslich wurde er im 25. Meij Jahr Doktor mit einer
schoenen These ueber Goethe.

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CONTINUES IN BAND 8

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(Sorry, I can't speak German... Andrej)

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