Date: Thu, 19 Aug 2010 08:41:46 +0200
From: Jens van Nimwegen
Subject: 'Selbstverschweinung #6'{Jens van Nimwegen}( MM bd exhib ws )[6!9]
Inzwischen haben wenigstens ein paar Leute geschrieben, dass ihnen diese
Erzählung gefällt. Bitte meldet euch! Zu schreiben macht nur Spaß, wenn der
Autor weiß, dass es auch gelesen wird.
Kontakt und weitere Links:
http://verschweinung.manimal.eu/blog
Jens van Nimwegen
In meinem Stall angekommen, ziehen wir uns wie gewohnt aus. Auch Rico, der
Spanier, der uns zugelaufen ist, fragt nicht lange, sondern legt seine
Stiefel und die paar Kleider ab. Sein Freund in Spanien weiß inzwischen, wo
Rico ist, und kann uns alle jetzt übers Internet sehen. Rico ruft ihn ein
letztes Mal an, um sich zu vergewissern, dass er gesehen wird und also
sicher ist.
Dann bringe ich sein Gepäck, die Kleider und das Handy in den Abstellraum
und lege ihm eine Fußkette an. Er kann sich jetzt bewegen zwischen
Scheißloch und Gummilager, aber er kann seine Klamotten und den Ausgang
nicht erreichen. So kann uns nichts passieren, falls er doch ein Räuber
sein sollte. Ich sage ihm, dass er jederzeit freigelassen und weggeschickt
wird, wenn er das will, dass er dann aber auch nie wiederkommen
darf. Solange er angekettet bleiben will, wenn wir nicht gerade mit ihm
ausgehen, darf er bei uns bleiben. Er will bleiben. Sein Schwanz ist steif
und wird noch steifer, als wir ihn von zwei Seiten einpissen.
Danach stelle ich mich breitbeinig hin, Hände im Nacken, und lasse mich von
Drexau von oben bis unten ablecken. Er schlürft wie gewohnt alles gierig
auf: Schweiß, Pisse und Sperma. Rico hilft ihm unaufgefordert und leckt mir
vor allem ausgiebig die Eier. Er kann das gut. Das muss ihm jemand
beigebracht haben.
Dann rasieren wir uns gegenseitig. Rico will klopfenden Herzens auch einen
Schweinestreifen. Zum ersten Mal im Leben, sagt er, opfert er sein
halblanges Haar, weil er so aussehen will wie wir. Dabei ist er auch die
ganze Zeit steif. Dann spritzen wir uns gegenseitig mit dem Schlauch ab und
legen uns zum Ausruhen zusammen auf das Gummilager. Es ist immer so schön,
aufzuwachen, wenn Drexau im Liegen im hohen Bogen auf alle pisst.
Am Abend – hinter den Spiegelwänden sind jetzt bestimmt Zuschauer –
erzählt Rico, dass er schon lange auf Männerpisse geilt, sich aber bisher
kaum ausgelebt hat. Er hat viele amerikanische Pornogeschichten gelesen,
aber nie die richtigen Männer in der richtigen Umgebung getroffen. Auch in
Amsterdam und Berlin hat er nicht gewusst, wo er suchen sollte. Es ist also
bei ein paar Experimenten mit Kumpels in der Duschkabine geblieben. Darum
ist er froh, bei uns zu sein und ist innerhalb gewisser Grenzen zu allem
bereit. Während er erzählt, zittert er die ganze Zeit vor Aufregung und
Geilheit. Ab und zu lassen wir unsere Pisse laufen. Er traut sich aber noch
nicht, zu trinken, obwohl er weiß, dass das nicht unhygienisch ist, und
möchte es gerne lernen, notfalls mit Gewalt. Er will bei uns bleiben und
dazu irgendwie sein Kostgeld verdienen. Er hat noch zwei Monate Zeit, bevor
er wieder studieren muss.
Auch er geilt auch auf Sichtbarkeit. Was er im Tiergarten mitbekommen hat,
hat ihn maßlos erregt, und er will dazugehören und von uns gefordert und
bloßgestellt werden. Hier in der großen, fremden Stadt fühlt er sich frei.
Ich weise ihn darauf hin, dass hier auch viele spanische Touristen
herumlaufen, vielleicht sogar seine Professoren, Kommilitonen oder gar
Verwandten. Er war gerade so begeistert, aber nun bekommt er es mit der
Angst zu tun und wird ganz still.
Ich weiß Abhilfe. Wenn er will, rasieren wir bis auf seinen neuen
Schweinestreifen all seine schönen mediterranen Haare ab: den kurzen,
gepflegten Bart, die Augenbrauen und den ganzen schwarzen Pelz auf seinem
Körper. Und gerufen wird er "Porco". Er zittert, sagt minutenlang gar
nichts und dann: "But do it now, before I change my mind."
Eigentlich ist es schade, aber jede Entwicklung fordert ihren Preis. Nach
der Arbeit steht Porco vor uns: ein splitternacktes Pissschwein ohne ein
Haar auf dem Leib, abgesehen von seiner Bürste. Ich zeige ihm, wie er mit
der meinen Sack verwöhnen kann.
Danach versuchen wir, zu schlafen, Porco mit Drexaus Schwanz im Maul, ich
mit dem von Porco. Es dauert lange, bis wir einschlafen.
Am Vormittag, nach erneuter Rasur, packe ich Porcos eigenen Klamotten bis
auf die Schnürstiefel weg, stecke ihn in meine weite, löchrige Siffjeans
und lasse ihn die Stiefel anziehen. Brust, Arme, Kopf und alles, was die
Hose nicht verdeckt, reiben wir ein mit Kokosöl. Das trocknet nicht und
zieht nicht ein. Porco wird mindestens acht Stunden obszön glänzen.
Dann fahren wir wieder in den Tiergarten. Porco muss vorher noch anderthalb
Liter Wasser trinken, dann werden seine Hände in die Hosentaschenöffnungen
gesteckt und innen mit Handschellen verbunden. Wenn er Wasser lassen will,
muss er seine Hose einpissen. Wenn er fressen oder saufen will, muss er
sich füttern lassen. Unterwegs bekommt Drexau Fressen für uns alle drei in
seine Stiefel.
Wir gehen im Tiergarten wieder an die selbe Stelle. Die Skinheads sind auch
da. Zuerst erkennen sie Porco tatsächlich nicht. Dann wird er mit viel
Hallo begrüßt. Als sie merken, dass er seine Hände nicht aus der Hose
nehmen kann, stoßen sie ihn derb herum und kneten seine Titten und
Weichteile. Sie loben ihn für sein Aussehen und fragen, was das für Öl
ist. Ich habe eine Flasche mitgebracht, und öle den ersten Skinhead
ein. Sie nehmen die Flasche und machen weiter. Es wird eine ziemliche
Balgerei.
Ich erkläre, dass Porco lernen muss, Pisse zu trinken und dass sie ihm das
beibringen dürfen. Ob das stimme, fragen sie ihn. Mit roten Kopf sagt er:
"Yes, sirs." Ich erkläre: "Ein echtes Pissschwein kann eine Männerblase
tropffrei leertrinken. Drexau, zeig es uns mal!" Drexau kniet sich hin und
reißt sein Maul auf. Ein Skin tritt vor, steckt rein und lässt
laufen. Dabei stöhnt er leicht. Porco beginnt wieder zu zittern. Ich sage,
er soll bei den Skins bleiben, bis er es auch kann. Und die sollen ruhig
ihre Stiefel und Fäuste gebrauchen, wenn Korrekturen oder Anspornungen
nötig sind.
Die Gummihose von Drexau ist leider nicht ölfest. Darum kann er nicht
mitmachen. Zu den Resten von Befangenheit kommt nun noch die Sorge um seine
einzige Hose. Das muss ich ändern. Ich beratschlage mit dem mitdenkenden
Punker, der gestern Drexaus Hemd gekennzeichnet hat, und der sich heute
neben uns niedergelassen hat. Gegen eine Vergütung in Naturalien will er
gern helfen. Auf Drexaus Hose hatte er es sowieso schon abgesehen. Er
verschwindet für einige Stunden mit Drexaus und meinem Hemd und der
Gummihose. Ich öle Drexau von oben bis unten ein, und der gesellt sich zur
Balgerei.
Als der Punker zurückkommt, trägt er selbst die Gummihose, die ihm gut
steht, und hat mein Hemd und ein neues ebenfalls beschriftet mit LIVING IN
PISS und der Pflegekennzeichnung "nicht waschen, nicht chemisch
reinigen". Und für Drexau hat er eine sehr versiffte, fadenscheinige,
halblange Jeans mit vielen Rissen und Löchern mitgebracht. Nun haben wir
alle drei eine Art Uniform, wobei alle Jeans verschieden lang sind und die
von Porco inzwischen von innen und außen eingepisst ist und er wegen der
Handschellen sein Hemd nicht anziehen kann. Der Punker steckt es ihm in den
Hosenbund. IN PISS kann man lesen, wenn es nicht flattert.
Aber das ist nicht alles. Er hast ölfestes Industriegummi dabei und will
für uns drei Westen machen. Vorher kaufen wir für Porco noch Gummistiefel
in einem Fachgeschäft für Berufskleidung. Ich erkläre dem Verkäufer:
"ungefüttert müssen sie sein, wegen der Pisse und damit man daraus trinken
kann." Der probiert sich nichts anmerken zu lassen. Der Kunde ist König.
Da Porco seine Hände nicht gebrauchen kann, muss Drexau ihm beim
Anprobieren helfen. Porco behält die Gummistiefel an, und wir binden ihm
seine Schnürstiefel an den Hosenbund. Dan fahren wir zu viert in meinen
Stall. Die Leute in der U-Bahn glotzen. Diese Dreifachuniform mit
Aufschrift ist vielleicht doch zu krass. Aber der Punker hat daran
gedacht. Darum sollen wir ja Westen bekommen.
Er schaut sich meine Lederweste genau an, die er schon aus dem Tiergarten
kennt, und schneidert jedem von uns eine Gummiweste auf den Leib. Drei
Teile, zusammengehalten mit Nieten. Den Nietapparat hat er mitgebracht. Das
grauschwarze Industriegummi passt genau zu unseren Stiefeln. Porcos
Lederstiefel schließe ich weg. Als Gegenleistung versprechen wir dem
Punker, solange es warm ist nichts anderes zu tragen und uns jederzeit auf
Aufforderung in seiner Nähe aufzuhalten, um seine Pisse zu trinken. Er will
ein paar Ausflüge machen mit einem Gefolge von Schweinen.
Die Weste verdeckt das MANIMAL in meinem Nacken nicht. Der Punker hätte
gern, dass auf die entsprechenden Stellen bei den anderen DREXAU und PORCO
tätowiert wird. Drexau will das sofort, hat aber kein Geld und darf nichts
selbst entscheiden. Porco traut sich nicht, auch wenn die Aufschrift durch
normale Hemdkragen sicher verdeckt würde. Aber der Gedanke beschäftigt ihn.
In der Nacht bleibt der Punker bei uns, auf meinem Lederbett, nachdem er
uns drei auf dem Gummilager noch einmal mit Öl beschüttet hat. Porco wird
nun nicht mehr angekettet. Er hat bewiesen, dass er zu uns gehört. Wir
verbringen eine glitschige Nacht, in der wir vor Geilheit kaum
schlafen. Wie schön ist es, dass wir Schweine sind!
Am nächsten Morgen übernimmt der Punker die Regie. Wir müssen ihn mit
"Trainer" und "Sie" ansprechen. Klare Verhältnisse sind immer gut. Drexau
muss seine Blase leertrinken, während er auf meinem Lederbett liegt und
sich von Porco und mir ablecken lässt. Wir dagegen müssen uns nach dem
Duschen von oben bis unten einölen und Stiefel, Jeans und Westen
anziehen. Die Hemden bleiben heute zu Hause. Der Trainer will sich von uns
unterscheiden und zieht nicht seine neu erworbene Gummihose an, sondern
meine Lederhose. Er trägt ein graues, an den Seiten bis fast zum Gürtel
offenes T-Shirt und lässt seine Lederjacke hier. Er will mit uns in den
Grunewald. Drei Schweine mit sechs Gummistiefeln – da kann man genug
Proviant mitnehmen.
Als wir gerade aufbrechen wollen, kommt Rotz, dessen Tattoos inzwischen
verheilt sind. Er schaut sich interessiert die neue Konstellation an, wobei
er breitbeinig dasteht, Fäuste in den Seiten. "Maul auf!" ist gut zu
lesen. Drexau kauert sich vor ihn und nimmt die Aufforderung beim Wort. Ich
übersetze sie für Porco. Unser Trainer und Rotz kennen sich von früher und
freuen sich, dass wir alle fünf die nächsten Tage beieinander sind.
Rotz hat sich beim Abheilen etwas überlegt, das neues Adrenalin in seinen
Adern fließen lässt. Er will ein perverses Zungenschwein werden, das
gewohnt ist, auf Kommando alles auf- oder abzulecken, auch wenn sich andere
davor ekeln würden. Nur Scheiße nicht und Dinge, die wirklich
unverantwortlich krankmachend sein könnten. Aber, statt dass wir ihm in de
Fresse rotzen, will er auch gern durch Tritte gezwungen werden, unseren
Rotz von der Straße aufzulecken, jedenfalls solange da keine Hundescheiße
liegt. Ja, auch wenn Leute zuschauen. Gerade dann. Wir sollen ihn eben
zwingen. Jedenfalls solange wir nicht zu feige sind, dazu zu stehen, lacht
er herausfordernd. Er hat sich auch eine tückische Sicherheitsregel
überlegt. Wenn er wirklich nicht tun kann, was einer von uns ihm aufträgt,
muss derjenige vormachen, dass er es selbst kann. Erregend! Wir erklären es
Porco, und wir drei gehen darauf ein.
Am Alexanderplatz wird dann Proviant für den ganzen Tag gekauft. Ich
bekomme Müsli mit Joghurt in einen Stiefel und Lasagne in den
anderen. Geil, wie es sich beim Gehen anfühlt, vor allem zwischen den
Zehen. Auch der Temperaturunterschied hat was. Die S-Bahn ist ziemlich
voll. Touristen, Schüler, Hausfrauen und ein geiler Kerl mit einem
Mountainbike stehen um uns herum. Drexau holt sich einen dicken Popel aus
der Nase und hält Rotz den Finger hin. Der leckt ihn ab: "Lecker, ey." Eine
Dame beginnt zu würgen und entfernt sich. Eine Touristin zieht ihren Mann
weg. Aber der Typ mit dem Bike sagt: "Willste noch einen?" – "Ja klar,
ey, von dir immer." Gesagt, getan. "Lecker!" Der Trainer sagt, dass wir
unterwegs sind zum Schlammloch, "du weißt schon". Der Kerl hat aber keine
Zeit, sagt er.
Rotz erklärt während der Fahrt, warum er das Zungentraining braucht. Ein
Skinhead hat ihm erzählt von zwei Ledermännern mit Dogge, die er besucht
hatte um sich als Sklave zu bewerben. Als die Dogge sich mal räkelte,
befahl man ihm: "Leck ihm die Eier." Und der hatte das anscheinend
getan. Weil er devot ist und auf Gehorsam kickt. Rotz hatte sich furchtbar
geekelt und wusste nicht, ob er den Skinhead verachten müsste, aber beim
Nachdenken wurde ihm klar, dass er als Punker und Schwein gerade diese
Sorten von Angst, Ekel und Ablehnung abtrainieren muss. Und wir sollen das
in die Hand nehmen.
Die Bahn wird leerer. In unserer Nähe sitzt ein verwöhnter Schüler mit
Goldkettchen und isst eine Currywurst. Das ist eigentlich verboten. Offene
Speisen im Sinne von §4 der Beförderungsbedingungen. Darum tragen wir
unsere Speisen ja auch in den Stiefeln. Und prompt fällt ein Stück Wurst
mit Soße auf den Nebensitz. Ich rufe: "Rotz, leck das auf!" – was der
sofort tut. Inzwischen erkläre ich dem Bubi, dass wir ihn bei nächsten Mal
mit seiner eignen Schnauze in seinen Dreck drücken werden. Zu dritt. Auch
auf dem Boden, wenn es sein muss. Er wird kreidebleich, sagt aber
nichts. Inzwischen zittert er so, dass er sich beim Ruckeln auf der
nächsten Weiche ein Stück Wurst mit Soße auf das eigene Hosenbein
schlabbert. Rotz sagt: "Mensch, pass uff dat det nich einzieht, dann sind
deine teuren Designerjeans ruiniert. Ik nehm det mal vorsichtig weg." Mit
seiner Stiefelsohle versucht er demonstrativ vorsichtig, den Klumpen
wegzuschieben, und verschmiert bühnenreif eine Mischung von Currywurst und
Straßendreck auf Hosenbein und T-Shirt. Das Ergebnis ist scheußlich. Was
Mama wohl sagen wird... Rotz flüstert mir ins Ohr: "Det war jeil. Die
Jugend braucht Vorbilder." So viel älter als der Schüler ist Rotz ja auch
wieder nicht, aber entschieden besser drauf.
In Grunewald steigen fast alle aus. Auch der Schüler will aussteigen, aber
unser Trainer sagt: "Moment, wir haben den Wagen für uns. Wir fahren alle
zusammen weiter, und Rotz leckt die Schweinerei auf. Außerdem brauche ich
ein Pissmaul." Und zum Schüler: "Du wirst doch Zeit haben für einen kleinen
Umweg. Keine Angst, wir tun dir nichts. Mach mal die Beine breit." Der
gehorcht wie in Hypnose. Rotz kniet sich hin und leckt das beschmierte
Hosenbein ab, während der Trainer seinen Schwanz herausholt und Porco ein
Zeichen gibt. Der kauert sich sofort hin und beginnt zu trinken. Drexau und
ich greifen einander wie gewohnt zwischen die Beine. Rotz hat sich beim
Lecken bis in den Schritt gearbeitet und meldet: "Ey, Trainer, det Kind
bekommt nen Steifen." - "Wie alt bist du?" Der Junge sagt mit bebender
Stimme: "Siebzehn. Im Dezember werde ich achtzehn." Und zu Rotz: "Ich bin
kein Kind. Du vielleicht." Drexau sagt: "Dann darfst du noch nicht bei uns
in die Lehre wie jener da." Er öffnet die Jacke von Rotz und zeigt dem
Jungen die Tätowierung: "Abrichtung zum Schwein..." Der glotzt mit offenem
Mund. Rotz reagiert sofort: "Oh, is da ooch noch wat drin?" und macht sich
daran, auch den Mund auszulecken. Der Junge zuckt zurück, bleibt aber dann
erstarrt sitzen und lässt es geschehen. In seiner Hose zeichnet sich jetzt
sehr deutlich etwas ab. Ich frage: "Bist du etwas schwul, du kleine Sau?"
Er stammelt: "Ich... ich weiß es nicht. Ich... ich g-glaube, ja."
In Nicolassee steigen wir aus, um zurückzufahren. Außer uns warten da zwei
Schüler mit geilen Frisuren. Sicher teuer, aber auch mutig: der Schädel an
den Seiten und hinten geschoren, oben kurzes Haar, ganz flach. Der eine hat
es auch noch teilweise gebleicht.
Unser Bubi dagegen, der gerade dabei ist, sich zu fangen, hat konventionell
halblanges Haar, aber alles nach oben gekämmt und zu einer Art Hahnenkamm
zusammengekleistert, wie man es derzeit öfter sieht. Rotz hält, von Teufel
geritten, einen Vortrag auf Hochdeutsch: "Meine Herren, hier sehen Sie ein
armseliges Geschöpf, das gern ein Punker wäre, sich aber noch nicht einmal
traut, seinen Schädel zu rasieren. Mit zwei Händen kann man den Hahnenkamm
innerhalb von drei Sekunden verschwinden lassen, dann haben Sie wieder
Muttis Liebling vor sich. Ganz anders als bei diesen vielversprechenden
jungen Männern hier." Die lachen. "Es stellt sich die Frage: wie macht man
so eine Frisur? Wie bekommt man diese typische Form hin? Nun, ganz
einfach. Man hat eine Oma oder Großtante mit Schlabberarsch, schmiert sich
ein mit Kleister und schiebt die Frisur der Oma zwischen die Backen. Die
Arschbacken meine ich. Dann bittet man die alte Dame, zuzudrücken und drei
Minuten festzuhalten. Wenn man das weiß, sieht man es genau." Er schnüffelt
an der Frisur, die zweifellos nach einem teuren Mittel riecht. "Ja, ganz
klar, Altweiberarsch." Ich frage: "Interessant! Woher kennst du den Geruch
so gut?" Rotz hat sich vergaloppiert und wird fast so rot wie der Junge
schon länger war. Alle anderen lachen.
Auf der Rückfahrt nimmt Rotz sein Opfer in den Arm. "Mensch, nimm mir det
nich übel. Aus dir kann noch wat werden. Bist halt im spießijen Jrunewald
uffjewachsen, da kannste selbst nix für." Beim Aussteigen in Grunewald
trennen die beiden sich mit Handschlag.
In der Bäckerei kaufen der Trainer und Rotz sich was zu essen für sich
selbst. Schweine müssen draußen bleiben. Durchs Fenster sehe ich, wie einem
Mann am Stehtisch vor Schreck vor unserem Anblick ein Stück Kuchen von der
Gabel auf den Boden fällt. Der Trainer weist nur, und Rotz leckt es auf.
Dann gehen wir unter der AVUS durch zum Königsweg. Der Schüler steht noch
an der anderen Straßenseite und schaut.
Im Grunewald befiehlt unser Trainer, dass wir Sack und Schwanz aus unseren
Jeans hängen lassen. Er will immer genau sehen, wer gerade steif ist. Die
Männer, die hier üblicherweise durchs Gebüsch streunen, könnten den Anblick
schon ertragen, und wenn sich Frauen und Kinder näherten, sollten wir uns
abwenden. Ja, und wir dürfen uns sowieso gegenseitig anfassen.
So gehen wir, haben Spaß und ernten allerlei Blicke. Ein Jogger, der uns
entgegen kommt, erweist sich als Bekannter des Trainers, der ihn mit Kuss
begrüßt. Er fragt: "Wow, in welcher Gesellschaft bist du denn gelandet?!"
– "Das sind meine Pissschweine. Porco, lie on your back, boots upright!"
Porco gehorcht sofort und legt sich mit angewinkelten Knien hin, um unser
Essen nicht zu verschütten. "Los! Einpissen!" Rotz, Drexau und ich lassen
unsere Blasen auf Porco leerlaufen, wobei der stöhnt und immer steifer
wird. Ein Mountain Bike rast an uns vorbei und bleibt ein paar Meter weiter
mit Vollbremsung stehen. Unser Trainer verschränkt seine Hände im Nacken
und befiehlt: "Lecken!" Drexau und ich machen uns über seine Achselhöhlen
her. Für Nacktschweine ist es schön, zur Abwechslung mal die Fresse tief in
verschwitzte Achselhaare eines Kerls stecken zu dürfen. Der Trainer und der
Jogger unterhalten sich über uns wie über Tiere. Als Porco verlangend
schaut, darf er die Eier des Joggers lecken. Dessen Hose ist kurz und weit,
bietet bequemen Zugang, kann aber seine Erregung nicht verbergen.
"Mensch, det is det Kind aus der S-Bahn!" Rotz zeigt auf den Jungen, der in
sicherem Abstand mit seinem Bike steht. Er trägt nur eine ziemlich
verschlissene Jeans und ein weißes T-Shirt. Seine halblangen Haare kleben
ihm triefnass um den Kopf. "Ey, komm schon her, wir tun dir nix, ehrlich,
ey."
Der Junge kommt. "Mensch, seid ihr krass!" Halb hat er Angst, halb strahlt
er, und schaut vor allem Rotz immer wieder ins Gesicht. Ich sage: "Du
darfst gern bei uns bleiben. Aber nur unter einer Bedingung. Rotz, schau
mal was er unter seiner Jeans trägt." Der Junge lässt sich von Rotz die
Hose aufknöpfen und zum Vorschein kommt eine rot glitzernde Unterhose aus
Kunstseide. "Das hatte ich befürchtet. Puffnuttenwäsche. Weg damit!" Rotz
entkleidet unseren neuen Freund liebevoll, der verdattert alles mit sich
geschehen lässt, und zieht ihm dann die Jeans wieder an. Drexau hat mit den
Worten "ich weiß was" einen Stein gesucht, wickelt die Unterhose darum und
wirft sie hoch in einen Baum. Beim zweiten Versuch hat er Glück: das rote
Teil pendelt unerreichbar, aber auffällig mitten über dem Weg an einem
Zweig.
Der Jogger läuft weiter, und wir suchen uns eine kleine Lichtung zum
Verweilen. Der Trainer, Rotz und der Junge, setzen sich in und machen sich
über das in Grunewald gekaufte Essen her. Wir drei Schweine müssen die
Stiefel ausziehen und nebeneinander hinstellen und uns erst einmal
gegenseitig die Füße sauberlecken. Dann dürfen wir uns hinlegen und
miteinander spielen. Den Rest Proviant bewahren wir für später. Ab und zu
verirrt sich ein streunender Mann auf unsere Lichtung, glotzt kürzer oder
länger und geht weiter.
Der Junge und Rotz kommen ins Gespräch, und wir lassen sie in Ruhe
reden. Nach all der Aufregung muss jetzt erst einmal Vertrauen entstehen.
Ich fange auf dass er in einer Villa in der Nähe wohnt. Seine Eltern sind
noch fünf Wochen auf einer Kreuzfahrt. Er hat aber Angst, zu sagen, wo er
genau wohnt, und Rotz beruhigt ihn mit dem Versprechen, dass wir ihn nicht
zu Hause besuchen. Er heißt Ralph, wird aber von seinen Freunden und
Schulkameraden Ratti genannt. Rotz findet "Ratti" albern und beschließt,
dass ein fast erwachsener Kerl "Ratte" heißen muss. Diese Taufe wird mit
einem Kuss besiegelt. Hier blüht etwas Schönes auf.
Ratte sind zu Hause allerhand Dinge durch den Kopf gegangen. Er dachte
schon jahrelang, dass er wohl schwul ist, hat aber nie die richtigen Leute
kennengelernt. Was hier im Gebüsch passiert, ist ihm aufgefallen, aber die
alten Männer machen ihm Angst. Sonst kenne er keine Orte. Er hat auch bis
jetzt nie wirklich gesucht. So ist das, wenn man wohlbehütet in einer
Grunewalder Villa aufwächst. Ja, und nachdem er uns getroffen hatte, dachte
er: jetzt oder nie.
Zweifellos mag er Rotz gern und ist von dessen Punk-Outfit fasziniert. Aber
die Schweinereien, die er bei uns miterleben musste, ekeln ihn
teilweise. Ob er als Schwuler denn jetzt auch so werden müsste?
Rotz hält ihm eine Art wissenschaftlichen Vortrag. Man könne schwul sein
oder nicht. Das wäre eine Sache, und je eher man sich klar würde, desto
besser. "Moment, ik helfe mal." Er fasst Ratte an die Eier und gibt ihm
einen Zungenkuss, der ganz offensichtlich gern entgegnet wird. Dann fährt
er fort mit der Erklärung. Vom Schwulsein abgesehen könnte man sich
entscheiden, Punker zu werden, oder nicht. Es gibt Heteropunker und schwule
Spießer. Ratte gefalle ihm so, wie er ist, und er würde sich gern mit ihm
anfreunden. Er könne dann langsam selbst sehen, ob er Punker werden
wollte. Wäre keine Bedingung.
Und noch mal unabhängig davon hätte er, aber lange nicht alle Punker und
lange nicht alle Schwulen, sich entschieden, sich zur Sau abrichten zu
lassen. Er zeigt noch einmal stolz seine Tätowierung und erzählt, was er
alles gelernt hat. Ratte könne aber beruhigt sein: von ihm würde er nichts
dergleichen verlangen. Nicht jeder ist zum Schwein geboren. Es würde aber
helfen, wenn Ratte akzeptiert, dass sein neuer Freund ein Schwein werden
will.
Sie bleiben dann lange liegen und schmusen. Rotz ist wirklich behutsam, und
niemand mischt sich ein. Dann wird hektisch geflüstert, Ratte springt auf
sein Rad und verschwindet. Rotz beruhigt uns: "Wartet nur ab."
---------------------------------------
Wem hat dies gefallen? Meldet euch! Kontakt:
http://verschweinung.manimal.eu/blog
Jens van Nimwegen